Offene Akademie 2020 – ausführliches Programm

Samstag, 4. April 2020,

Politik und demokratische Rechte

11.00 Uhr: Maria Grein, Christoph Klug

Eröffnungsvortrag

Maria Grein: Studium der Umwelttechnik und Mikrosystemtechnik, Ingenieurin, Mitglied der Redaktion „REVOLUTIONÄRER WEG“, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Offenen Akademie Christoph Klug: Dipl.-Psych. in Klinik und Praxis, Lehrbeauftragter an der Westfälischen Hochschule und einer der Sprecher des Wissenschaftlichen Beirats der Offenen Akademie.

14.00 Uhr: Reinhard Funk

Die staatstragende Rolle der NGOs

Jeder, der am wirksamen Kampf gegen die Regierungspolitik, für Umweltschutz und Arbeitsplätze, gegen die Rechtsentwicklung und gegen Faschismus und Krieg interessiert ist, muss sich heute mit der schädlichen Rolle der NGOs in den sozialen Bewegungen befassen. Aufgedeckt wird, welche Rolle „Nichtregierungsorganisationen“ (NGO) wie Campact, attac und andere über ihre umfassenden Ressourcen und Verbindungen zu bürgerlichen Parteien und staatlichen Institutionen in Protestbewegungen wie gegen die Polizeigesetze oder aktuell bei „Fridays-for-Future“ spielen. Wer sind die Akteure, Hintermänner (-und frauen), woher kommen die Gelder und was sind ihre Methoden?

Reinhard Funk Reinhard Funk (Jahrgang 1958) ist Werkzeugmacher, arbeitete früher in Metall- und Stahlbetrieben und ist heute für die MLPD tätig. Er ist seit Jahrzehnten an führender Stelle aktiv in der Friedensbewegung, gegen die Agenda 2010 und in der bundesweiten Montagsdemonstrationsbewegung.

16.00 Uhr: Prof. Dr. Jürgen Scheffran, Universität Hamburg

Abrüsten oder Aufrüsten? Europa zwischen Friedenssicherung und militärischer Großmacht

19.30 Uhr: Aeham Ahmad

„Und die Vögel werden singen“ – Klavierabend mit Liedern

Aeham Ahmad, palästinensisch-syrischer Flüchtling und Pianist, wurde 1988 in Yarmouk bei Damaskus geboren. Mit sieben Jahren erhielt er Klavierunterricht im Arabischen Institut in Damaskus und studierte später Musikpädagogik in Homs. Während des Krieges verletzte ein Granatsplitter die Finger seiner rechten Hand. Im Sommer 2013, als Yarmouk vollständig abgeriegelt war, lud er sein altes Klavier auf einen Rollwagen und gab mit seinen Liedern den Menschen Zuversicht. Im April 2015 eroberte der faschistische IS sein Stadtviertel und verbrannte Aehams Klavier. Er ergriff die Flucht. Über die Türkei und die Balkanroute kam er im September 2015 nach München.

Aeham Ahmad begeistert die Zuschauer mit der Intensität seiner Lieder und der Virtuosität seines Klavierspiels. Er trägt Stücke von Beethoven und Mozart vor, besonders aber eigene Kompositionen, fröhliche, traurige Lieder gegen Hunger und Krieg. Im Dezember 2015 wurde ihm in Bonn der Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte verliehen

Sonntag, 5. April

Umweltkrise, Umweltbewegung, Antifaschismus

9.00 Uhr: Prof. Dr. Franz Baumann, New York

Erderhitzung und Politikversagen

Die Erderhitzung ist die größte Herausforderung der Menschheitsgeschichte, ein noch nie dagewesenes, globales Politikproblem. Es zu lösen, stößt an die Grenze der vorhandenen politischen – nicht der wissenschaftlichen, technischen oder finanziellen – Kapazität. Die heraufziehende Klimakatastrophe verlangt einen sofortigen Transformationsschub und strategische internationale Kooperation. Lösungen werden verschleppt, die Kosten heutigen Konsums in die Zukunft verlagert und wirtschaftliches Wachstum wird fetischisiert. So wird Zeit vergeudet und der erforderliche Umbau der Wirtschaft verzögert. Die Klimakatastrophe droht die Natur und die freiheitliche Demokratie zu zerstören.

Franz Baumann, seit 2017 Gastprofessor an der New York University, forscht und lehrt zur Politik der Erderhitzung. Sein Berufsweg: Europäisches Parlament (Luxemburg), Europäische Kommission (Brüssel), Siemens (München); zuletzt über dreißig Jahre lang in zahlreichen Funktionen für die Vereinten Nationen tätig.

11.00 Uhr: Prof. Dr. Bruno Burger, Freiburg

Erneuerbare Energien – Ziele der Bundesregierung

im Vergleich mit Studien des Fraunhofer ISE

Die Bundesregierung hat im Klimaschutzprogramm 2030 Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien festgelegt. Simulationen des Fraunhofer ISE zeigen, dass mit diesen Ausbauzielen die Pariser Klimaziele verfehlt werden. Auch das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 65% des Stromverbrauchs mit erneuerbaren Energien bereitzustellen, kann mit den festgelegten Ausbauzielen nicht erreicht werden. Im Vortrag werden die Ausbauziele der Bundesregierung den Simulationen des Fraunhofer ISE gegenüber gestellt.

Bruno Burger arbeitet seit 1991 auf dem Gebiet der Systemtechnik für die Photovoltaik. Anfangs mit der Entwicklung von Inselwechselrichtern befasst, arbeitet er seit 2001 am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme e. V. in Freiburg. Derzeit ist er Leiter der Abteilung Neue Bauelemente und Technologien und hält Vorlesungen an der Universität Freiburg.

14.00 Uhr: Klaudia Scholz, Heinz-Peter Jäkel, Herne

Uns Stinkt‘s – eine Bürgerinitiative kämpft gegen die Vergiftung ihrer Umwelt

Die im September 2018 gegründete Bürgerinitiative „Uns Stinkt‘s“ aus Herne organisiert den Widerstand gegen die geplante Erweiterung der Zentraldeponie Emscherbruch und für deren Schließung. Seit 50 Jahren werden die ca. 4000 Anwohner in Gelsenkirchen und Herne durch Grundwasserverunreinigung, Feinstaub, Schwerlasttransporte und Straßenverunreinigungen gefährdet. Auf der Zentraldeponie Emscherbruch wurden bisher ca. 28 Mio. m³ Abfall abgelagert. Jetzt soll diese Alt-Deponie noch einmal um weitere 4,6 Mio m³ erweitert werden, u.a. mit 1,5 Mio m³ hochgefährlichen Abfallstoff en der Klasse III. Gegen diese Pläne wehren sich die Bürger. Wie das geht und was getan werden muss, darüber berichten Claudia Scholz und Heinz-Peter Jäkel und stellen ihre Arbeit von „Uns Stinkt‘s“ vor.“ Klaudia Scholz ist Initiatorin der Bürgerinitiative und vertritt die Linke im Herner Stadtrat. Heinz-Peter Jäkel, Jahrgang 1950, ist Sprecher der Bürgerinitiative „Uns Stinkt’s“, ehemaliger Bergbauingenieur, Informatiker und Anwohner.

16.00 Uhr: Götz Schubert, Stuttgart

Rassismus ohne Rasse – der Neofaschismus der „Identitären Bewegung“ und des Björn Höcke

Die „Identitäre Bewegung“ und der thüringer Faschist Björn Höcke geben sich volksnah. In ihren öffentlichen Erklärungen und Auftritten weisen sie jeden Zusammenhang mit Faschismus weit von sich. Sie wollen „ankommen“, sprechen auch nicht von „Menschenrassen“ – obwohl klar ist, dass sie genau das mit dem Begriff „Identität“ und „identitär“ meinen. Da aber das offene Bekenntnis zu einer faschistischen Diktatur in Deutschland auf breite Ablehnung trifft, verhüllen sie ihren Rassismus, Nationalismus und Antikommunismus mit einer „volksnahen“ Demagogie. Der Vortrag zeigt ihre Weltanschauung, ihre Ziele und Methoden auf – und ihre Hintermänner und Förderer in den Reihen des Finanzkapitals. Er behandelt die ideologischen Grundlagen der neofaschistischen Kräfte in Deutschland.

Götz Schubert (76), von Beruf Hauptschullehrer und Mechaniker, lebt in Stuttgart. Er arbeitet u.a. für die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ des Landesverbands Baden-Württemberg.

19.30 Uhr: Abendveranstaltung

Jugendverband REBELL

Wehret den Anfängen!

Antifaschistische Aufklärung unter der Jugend

Montag, 6. April

Umweltfolgen für Mensch und Landwirtschaft

9.00 Uhr: Prof. Sigmar Groeneveld, Göttingen

Die brotlose Kunst der Agrarwissenschaft

Platon bezeichnete den Ackerbau als Kunst, die auf „Einübung der Sinne durch Erfahrung und Gewöhnung“ beruhe. Moderne Landwirtschaft ist dagegen systematisch im Begriff, nicht nur zu einer „brotlosen Kunst“ für die Bauern zu verkommen, sondern zu einer giftigen Gefahr für das Ökosystem zu werden. Agrarwissenschaften und staatliche Subventionen sind abhängig von Konzernen wie Monsanto bzw. Bayer und somit maßgebend für die Verursachung dieser Misere. Ohne Kurswechsel wird sich die Agrarkatastrophe zu einer allgemeinen gesellschaftlichen Katastrophe erweitern – sofern uns diese nicht schon erreicht hat.

Sigmar Groeneveld, emeritierter Professor der Agrarkultur, lehrte an der Universität Kassel. Von Beruf gelernter Landwirt, führte ihn sein Studium über Gießen, Kiel und Berlin nach Göttingen. Er war viele Jahre in der „Dritten Welt“ tätig. Anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde an den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder gab er aus Protest seinen Doktortitel an die Universität zurück.

11.00 Uhr: Dr. Peter Clausing, Potsdam

Glyphosat – Der Stand der Dinge

Glyphosat, dessen Einsatz in Europa im November 2017 für weitere fünf Jahre genehmigt wurde, ist das mit Abstand am häufigsten eingesetzte Pestizid. Es ist problematisch für die Umwelt und gilt als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“. Selbst Behördendokumente belegen eine solche Wirkung, auch wenn dies mit fragwürdigen Argumenten bestritten wird. Ist Glyphosat ein „systemrelevantes“ Pestizid, sodass sein Verbot eine Hungerkatastrophe heraufbeschwören würde?

Die erneute Entscheidung über Verbot oder Wiedergenehmigung ist Ende 2022 fällig. Die Auseinandersetzung hat gerade begonnen. Im Vortrag geht es um wissenschaftliche Fälschungen, die Suche nach der Wahrheit und die damit verbundenen Schwierigkeiten.

Peter Clausing vom Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany) ist Toxikologe und hat sich auf eine wissenschaftlich-kritische Bewertung von Behördendokumenten zu den von Pestiziden ausgehenden Gefahren spezialisiert.

14.00 Uhr: Dr. Hermann Kruse, Kiel

PCB – trotz langjährigen Verbotes immer noch ein toxikologisches Problem?

Messungen am Humanblut zeigen, dass die PCB-Belastung der Bevölkerung trotz des PCB-Verbots von 1989 immer noch vorhanden ist. Für die sehr langsame Entlastung von Umwelt und Menschen ist die hohe Persistenz der PCB verantwortlich. Die Halbwertzeiten im Humanfett betragen für einige PCB-Kongenere 8 bis 10 Jahre! Sehr niedrige PCB-Belastungen können das Immun- und Nervensystem der Menschen schädigen; bei sensibel reagierenden Menschen können Hautläsionen auftreten. Ausgehend vom kritischen Organ des Affen und der Immuntoxizität werden Toleranzexpositionen von 1 Mikrogramm PCB pro Menschen und Tag hergeleitet. Dieser Wert wird heute noch von der Normalbevölkerung annähernd erreicht; bei übermäßig Belasteten (z.B. PCB in Gebäuden und am Arbeitsplatz) kann dieser Wert überschritten werden. Aufgrund des Verdachts der Kanzerogenität einiger PCB-Kongenere muss auch heute die PCB-Belastung der Bevölkerung kritisch beurteilt werden.

Hermann Kruse ist tätig am Institut für Toxikologie der Universität Kiel.

16.00 Uhr: Prof. Dr. Johannes Ludwig, Berlin und Hamburg

Die GUV – ein heimliches Kartell zwischen Wissenschaft, Regierung und Versicherungskonzern

Dass in einem Land der „Sozialen Marktwirtschaft“ Menschen, die durch ihren Arbeitsplatz krank und berufsunfähig werden, nur zu 7 % einen wirklichen Schadensausgleich erhalten, hat handfeste Gründe: Die vor über 100 Jahren gefeierte Idee einer Absicherung für Arbeitnehmer hat sich in ihr Gegenteil verkehrt – die Gesetzliche Unfallversicherung (GUV) fungiert als „Schutzschild für die Industrie“. Schaut man hinter die Kulissen, so offenbart sich ein flächendeckendes und subtiles Geflecht zwischen wissenschaftlicher Arbeitsmedizin und Versicherungskonzern, die mit Duldung von Regierung und Gewerkschaften agieren (können). Veränderung ist nicht in Sicht: Die öffentliche und politische Wahrnehmung findet so gut wie nicht statt.

Johannes Ludwig, Jahrgang 1949, bis 2014 Prof. für Management, Medienökonomie, Kommunikationswissenschaft und Journalismus an der HAW Hamburg; Initiator des DokZentrum ansTageslicht.de, Leiterdes Projekts „Risikowahrnehmung“.

19.30 Uhr: Rainer Günther, Karlsruhe

Alfred Hrdlicka (1928-2009) Klassischer Bildhauer und antifaschistischer Rebell

Rainer Günther befasst sich in seinem Vortrag mit dem Leben und Werk des österreichischen Bildhauers Alfred Hrdlicka. Hrdlicka wuchs in proletarischen Verhältnissen auf und erlebte den Widerstand seines Vaters gegen den Nationalsozialismus – er war Gewerkschaftssekretär und Kommunist – hautnah mit. Hier beginnt der Vortrag, der aus der Perspektive der Biografie in die Auseinandersetzung über die grafischen Arbeiten in der NS Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee führt. Weitere Schwerpunkte sind Hrdlickas druckgrafisches Werk, die Denkmale und Mahnmale, u.a. das Engels-Denkmal in Wuppertal. Der Vortrag schließt mit einer Kritik und Würdigung aus marxistischer Perspektive.

Rainer Günther hat von 1976 bis 1981 an der Kunstakademie Stuttgart bei Alfred Hrdlicka Bildhauerei sowie Kunstgeschichte studiert. Er präsentiert auch eigene Arbeiten.

Dienstag, 7. April

Internationales, Kriegsgefahr, Rechtsentwicklung

9.00 Uhr: Ahmad Yacob, Ilmenau

Al-Nakba: Die Vertreibung der Palästinenser – Eine Reise durch israelische Archive

Seit Mitte der 1980er Jahre ist der Großteil des israelischen Archivmaterials über die Ereignisse der Staatsgründung Israels 1948 für Historiker zugänglich. Die zahlreichen Dokumente bestätigen, was Palästinenser immer beteuerten: Es war systematische Vertreibung, nicht nur Flucht, die sie 1948 zu Heimatlosen machten. Der Vortrag wird anhand des Archivmaterials beweisen, dass von einer ethnischen Säuberung gesprochen werden kann und diese in den Planungen der zionistischen Bewegung früh integriert war. Es wird auch gezeigt werden, dass seinerzeit die Mehrheit der europäisch-jüdischen Bevölkerung diese Überlegungen entschieden ablehnte. Weiterhin werden der Ablauf, die Folgen und die heutige Bedeutung der Nakba für die Palästinenser geschildert.

Ahmad Yacob, 33 Jahre alt, ist ein Sohn palästinensischer Flüchtlinge in Damaskus. Er ist Ingenieur und lebt seit 2010 in Deutschland. Ahmad Yacob kämpft gegen die Ausblendung der geschichtlichen Fakten und der falschen Sicht auf die Palästinenser in der deutschen Öffentlichkeit.

11.00 Uhr: Zilli Quest, Thomas Quest, Bochum

Umwerfend, berührend, voller Spannungen: China heute mit Erfahrungen vor Ort

China heute ist sprunghaft gewachsener Kapitalismus, der Hunderte Millionen Menschen vom Land in explodierende Megastädte gezogen, Konzerne als neue Konkurrenten auf dem Weltmarkt geschaffen und systemische Technik auf teilweise höchstem Niveau mit einer zentralisierten staatsmonopolistischen Regulierung verbunden hat als Blaupause für künftige Herrschaftsmethoden in Industrieländern. Zu China heute gehören die scharfen sozialen Gegensätze, das Verständnis des früheren sozialistischen Chinas, die berührende Aufgeschlossenheit und solidarische Hilfsbereitschaft gegenüber ausländischen Reisenden. Fotos von mehreren Chinareisen veranschaulichen verschiedene Aspekte.

Zilli Quest, 25 Jahre in der Stahlindustrie angestellt, 30 Jahre Mitinhaberin einer Firma für Market Research für industrielle Automation, Autorin eines Reisebuches über Namibia sowie Mitglied im Frauenverband Courage.

Thomas Quest ist Inhaber einer Firma, die seit drei Jahrzehnten Trends in der industriellen Automation verfolgt.

14.00 Uhr: Clemens Messerschmid, Ramallah

100 Jahre Wasser in Palästina: 6 Stationen eines Konflikts

Vor genau 100 Jahren wurde Großbritannien von den Siegermächten das Mandat für Palästina übertragen. Angeblich sollte es die Palästinenser auf einen eigenen Staat vorbereiten. In der Realität wird dieser gerade von der Trump-Administration und der israelischen Rechtsregierung zu Grabe getragen. Der Vortrag untersucht den oft fälschlich als „Konflikt“ bezeichneten Vorgang am Beispiel Wasser, einem elementaren und unverzichtbaren Element für Leben. Er analysiert verschiedene historische Abschnitte: das osmanische Reich, das britische Mandat bis zur Nakba (1947-1949), den jungen Staat Israel, den Krieg von 1967, die Besatzung bis zur heutigen Lage. Wasser ist für den Zionismus sowohl Mittel als auch Zweck. Man muss erst das Land erobern, damit man an das Wasser kommt, und umgekehrt: Wasser war und ist ein unerlässliches Instrument der heutigen wie der früheren Siedler (Kibbutzim), um die Kontrolle über das Land zu konsolidieren.

Clemens Messerschmid lebt und arbeitet als Hydrogeologe seit über 20 Jahren in den besetzten Gebieten.

16.00 Uhr: Prof. Dr. Ralf Georg Czapla, Heidelberg

Joseph Goebbels – Sprach- und Gedankenformer der neuen Rechten

Einen „Sprach- und Gedankenformer der Masse“ nannte der Romanist Victor Klemperer 1947 in seinem Buch „LTI“ Reichspropagandaminister Joseph Goebbels. Goebbels hat nicht nur die Medien für die Machtausübung der Nationalsozialisten zu nutzen gewusst, sondern auch die Sprache der Deutschen in den Dienst der NS-Ideologie genommen. Das „Wörterbuch der Unmenschen“ (Dolf Sternberger, 1957), das auf diese Weise entstand, erlebt seit einigen Jahren eine erschreckende Renaissance. Der Vortrag zeigt, wie führende Politiker der neuen Rechten sich nicht nur Goebbels‘ Sprache zu Eigen machen, sondern mit ihr gezielt antidemokratischen und rassistischen Tendenzen in unserer Gesellschaft den Boden bereiten.

Ralf Georg Czapla lehrt an der Universität Heidelberg. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kultur- und Sozialgeschichte der deutschen Literatur. Er forscht u.a. über Schriftsteller im italienischen Exil, die Literatur der Resistenza partigiana sowie die Sprache und Ideologie bei Joseph Goebbels.

19.30 Uhr: Peter Schmöle, Köln

Heinrich Mann

Heinrich Mann (1871 – 1950) war der ältere Bruder des Nobelpreisträgers Thomas Mann. Beide arbeiteten um 1900 für die anti-sozialdemokratische und antisemitische Zeitschrift „Das zwanzigste Jahrhundert“, was sie in ihren Lebensverläufen später schamvoll verschweigen. Mit dem Roman „Die kleine Stadt“ (1909) entwirft Heinrich ein Gegenbild zum kaiserlichen Deutschland. Im ersten Weltkrieg wird er zum Kriegsgegner, worüber sich die beiden Brüder entzweien. In der Weimarer Republik engagiert sich Heinrich gegen Zensurgesetze, protestiert gegen die Ermordung von Rosa Luxemburg und setzt sich für politische Gefangene ein. 1933 rufen Heinrich und Käthe Kollwitz zur Bildung einer Volksfront aus und Heinrich Mann emigriert nach Frankreich, 1940 weiter in die USA. Ein Schlaganfall im März 1950 verhindert seine geplante Rückkehr nach Berlin (Ost).

Peter Schmöle ist Altenpfleger und hat sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an Schriftsteller zu pflegen, deren Werke von den Nazis verbrannt wurden.

Mittwoch, 8. April

Wissenschaft und Weltanschauung

9.00 Uhr: Prof. Dr. Christian Jooß, Göttingen

Selbstorganisation der Materie – moderne Physik und dialektischer Materialismus

Die Entdeckung einer ungeheuren Vielfalt von Materieformen und ihrer Entwicklung durch die moderne Physik bestätigt umfassend die dialektisch-materialistische Auffassung des unendlichen Werdens und Vergehens der Materie aus sich selbst heraus. Doch unter der Wirkung des physikalischen Idealismus hat sich eine umfassende Krise der Physik entwickelt; Urknallkosmologie und Mikrophysik stecken in einer Sackgasse. Die Auseinandersetzung um die gesellschaftlichen und weltanschaulichen Ursachen dieser Krise und die Entdeckung der Gesetze der Selbstorganisation der Materie in der Physik beleben heute die Diskussion um eine dialektisch-materialistische Deutung der modernen Physik.

Christian Jooß, Physiker, forscht und lehrt an der Universität Göttingen und in der Arbeiterbewegung. Er ist Autor des Buches „Selbstorganisation der Materie“ (2017) und Mitglied des Beirats der Offenen Akademie.

11.00 Uhr: Dr. Sabine Hossenfelder, Frankfurt

Das hässliche Universum – die Krise der Physik

Physiker glauben häufig, dass die besten Theorien schön, natürlich und elegant sind. Was schön ist, muss wahr sein.

Sabine Hossenfelder zeigt jedoch, dass die Physik sich damit verrannt hat: Der Glaube an Schönheit ist so dogmatisch geworden, dass er nun in Konflikt mit wissenschaftlicher Objektivität gerät: Beobachtungen können nicht mehr länger die kühnsten Theorien wie z.B. Supersymmetrie bestätigen. Um aus dieser Sackgasse herauszukommen, muss die Physik ihre Methoden überdenken. Nur wenn Realität als das akzeptiert wird, was sie ist, kann Wissenschaft die Wahrheit erkennen.

Sabine Hossenfelder, Promotion 2003 in Frankfurt im Fachgebiet Physik; Forschungsaufenthalte in den USA, Kanada, und Schweden bis 2015. Derzeit tätig am „Frankfurt Institute for Advanced Studies“. Neben über 70 Fachartikeln schreibt sie auch für die breite Öffentlichkeit über Physik.

14.00 Uhr: Dr. Peter Kaiser, Hameln

Zufall und Kausalität – ein ungelöstes Rätsel?

Bereits Aristoteles und Cicero hatten sich vor 2000 Jahren mit dem Zufall befasst. Doch erst mit Hegel hat sich die Philosophie erneut weltanschaulich mit ihm beschäftigt. Nach der Entdeckung der Quantenprozesse sollte es eigentlich keinen Zweifel an der Existenz des Zufalls mehr geben. Einstein selbst konnte sich mit der Objektivität des Zufalls nicht anfreunden. Auch marxistische Arbeiten in der DDR und der Sowjetunion lösten das Problem „Zufall und Kausalität“ nicht. Es ist ein Kernfehler, das Kausalitätsprinzip im Sinne des mechanischen Determinismus zu denken. Das wurde niemals weiter entwickelt, wozu wohl nur die Dialektik in der Lage zu sein scheint. Im Vortrag wird ein Theorem eingeführt, dass diese Frage „Zufall und Kausalität“ auf einfachste Weise zu lösen in der Lage ist.

Peter Kaiser ist Biochemiker, Politikwissenschaftler und als Experte für chemische Kriegsrüstung in der Kommission für Abrüstung der „Weltföderation der Wissenschaftler“ (NGO) tätig. Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Offenen Akademie.

16.00 Uhr: Dipl.-Ing. Dr. Mathias Hüfner, Jena

Physik und Philosophie – Ein neues Weltbild für das 21. Jahrhundert

Der Beginn des 20. Jahrhunderts ist gekennzeichnet durch die Entdeckung kosmischer Ströme durch den Norweger Kristian Birkeland im hohen Norden seines Landes sowie den Beginn der Erforschung des kosmischen Raumes durch die Raketentechnik in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Diese Ströme bilden die Grundlage der kosmischen Netzstruktur, ähnlich irdischen Stromnetzen, nur bestehen die Leitungen nicht aus Kupferdrähten, sondern aus ionisiertem Plasma, dessen Rekombination das Leuchten verursacht. Offensichtlich ist unser klassisches Weltbild von einem explodierenden Urzustand falsch. Während die Theoretische Physik noch über nicht beweisbare Theorien und Symmetrisierung nachdenkt, leidet die Welt schon heute am Energieproblem bei der Umstellung auf die Erneuerbaren. Die Frage unserer Zeit ist: Wie funktioniert das Weltall und wie kann man die Sternenenergie kostengünstig auf der Erde nutzen?

Mathias Hüfner ist diplomierter Physiker und promovierter Ingenieur.

19.30 Uhr: Stefan Engel, Gelsenkirchen

Philosophieren wir also

Eine der Lebenslügen in dieser Gesellschaft ist, dass sie angeblich „ideologiefrei“ sei. Es gibt aber keine gesellschaftliche Tätigkeit, keine Naturwissenschaft, keine Kultur, keine Politik ohne eine ideologische Grundlage.

Stefan Engel, Jahrgang 1954, ist gelernter Schlosser und arbeitet heute als freier Publizist. Seit 1968 tritt er organisiert für den echten Sozialismus ein und ist für den Parteiaufbau der MLPD aktiv. Seit 1975 ist er einer ihrer führenden Vertreter und war bis 2017 ihr langjähriger Vorsitzender. Vom Jahr 1992 bis heute ist er Leiter der Redaktion „Revolutionärer Weg“, der den wissenschaftlichen Sozialismus auf die Fragen der heutigen Zeit anwendet.

Donnerstag, 9. April

Symposium Digitalisierung und die Folgen

9.00 Uhr: Klaus-Jürgen Hampejs, Gärtringen

Automobilindustrie im Umbruch: Transformation

Antwort auf strukturelle Umwälzungen?

Als Wachstumsmotor für die Automobil- und Maschinenbauindustrie wurde unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ eine goldene Zukunft angepriesen. Inzwischen haben eine chronische Strukturkrise, der Abgasbetrug, neue Autogiganten, die E–Mobilität und die dramatische Zuspitzung der Umweltkrise hin zur globalen Katastrophe Branche und Belegschaften erfasst. Dennoch sind Industrie 4.0 und die Digitalisierung eine Herausforderung für alle Beschäftigten. Ihre Realität, was das bedeutet, die Auswirkungen erkennen und Antworten im Interesse der Beschäftigten zu finden – das ist das Gebot der Stunde. Ist da der propagierte Weg der Transformation die Lösung?

Klaus-Jürgen Hampejs arbeitete von 1972 – 2014 bei Daimler in Untertürkeim und Sindelfingen; davon die letzten Jahrzehnte in der PKW-Entwicklung. Er war 50 Jahre Mitglied der IGM, ehemaliger Betriebsrat und Vertrauensmann. Er ist aktiv in der IAC (Internationale Automobilarbeiter Koordination).

11.00 Uhr: Prof. Dr. Michael R. Krätke, Amsterdam

Der digitale Kapitalismus

Digitalisierung im Kapitalismus ist nicht gratis, weder eine Gratisgabe der Natur noch der Gesellschaft. Digitale Güter, Daten und Informationen brauchen nach wie vor physische Repräsentation. Ihre Erzeugung, Verarbeitung, Speicherung und Verbreitung benötigt Energie. Elektronisch-digitale Kommunikationsmittel, wie wir sie heute kennen und nutzen, setzen industrielle Massenproduktion voraus und erzeugen eine gigantische und rasch wachsende Masse an elektronischem Müll, und dessen Transport, Lagerung und Weiterverarbeitung haben enorme Folgen für die heutige Weltökonomie. Sie benötigen Rohstoffe, befeuern also die weltweit betriebene Bergbauindustrie. Daher ist auch die digitale kapitalistische Ökonomie nicht schwerelos und stößt an materielle Grenzen (Zeitschrift spw 1/2018).

Michael R. Krätke war Professor für politische Ökonomie an der Lancaster University und der Universiteit van Amsterdam. Er ist u.a. Mitglied des Beirats der Rosa-Luxemburg-Stiftung und von attac Deutschland.

14.00 Uhr: Thomas Engel, Walid Ibrahim, Jena

Amazonisierung der Industriearbeit – ein Szenario auf dem Prüfstand

Prognosen zum technologischen Wandel zeichnen ein Bild zukünftiger Fabriken, in denen nur noch Roboter und ein paar Ingenieure beschäftigt sind. Ein Alternativszenario fanden wir in einem Automobilwerk, in dem Montagetätigkeiten aufgespalten wurden. Dadurch entstanden Vormontage-Logistik-Arbeitsplätze. Sie ermöglichen zunehmend den Einsatz anderer Beschäftigter und verändern die Qualifikationsanforderungen in der Automobilindustrie. Sehen wir hier Anzeichen für eine Abwertung von Industriearbeit, die sich an den Arbeitsbedingungen bei Amazon orientiert? Welche Entwicklungswege zeichnen sich ab für die klassische Industrie- und Facharbeit? Und welche Folgen ergeben sich für die Transformation der Automobilindustrie und weiterer großer Beschäftigungs- und Infrastrukturbereiche? Wir gehen davon aus, dass andere Szenarien möglich sind.

Thomas Engel und Walid Ibrahim forschen und lehren am Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum digitalen Wandel von Arbeit in Industrie- und Dienstleistungsbetrieben.

16.00 Uhr; Podiumsdiskussion

Digitalisierung und Zukunft der Arbeiterinnen und Arbeiter

Nähere Informationen werden auf der Homepage der Offenen Akademie veröffentlicht: www.off ene-akademie.org

19.30 Uhr: nö theater, Köln

Die vergessene Revolution

1918 – Eine Revolution. In Deutschland. Und erfolgreich. Im November beenden die Revolutionäre den Weltkrieg, verjagen den Kaiser, stürzen das System, erkämpfen die Demokratie und das Frauenwahlrecht. Sie entwickeln gesellschaftliche Alternativen und Utopien und wollen diese verwirklichen. Doch dann wird die Revolution verraten, brutal erstickt; und hundert Jahre später ist sie beinahe vollständig vergessen. Selbst im Jubiläumsjahr 2018 wurde ein mögliches Gedenken von den Jahrestagen Karl Marx‘ und der 68er Bewegung überlagert. Das nö theater wendet sich diesem „blinden Fleck“ der Geschichte zu, sucht nach Ursachen und offenen Wunden. Der Theaterabend ist ein flammendes Plädoyer, die Revolution von 1918 dem Vergessen zu entreißen. Es ist ein dokumentarisches Theaterstück über eine Geschichte zwischen zwei Weltkriegen, die sanft beginnt und am Ende mit viel Blutvergießen überzogen wird. Fünf SchauspielerInnen und weitere Mitarbeiter bringen das von Janosch Roloff inszenierte Stück auf die Bühne.

Freitag, 10. April

Soziales, Lebensverhältnisse

9.00 Uhr: Siegener Pflegebündnis

Der marktgerechte Patient (Film und Diskussion)

Spätestens mit Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf „Fallpauschalen“ steht für deutsche Klinken nicht mehr der kranke Mensch, sondern der Erlös aus seiner Behandlung im Vordergrund. Seit 2003 werden mit den Fallpauschalen verbindliche Vergütungen der Krankenhäuser festgelegt – ein entscheidender Schritt hin zur Orientierung am Gewinn. Durch diese Pauschalen wird für jede diagnostizierbare Krankheit ein fixer Preis festgelegt. Werden Patienten schnell abgefertigt und entlassen, können Krankenhäuser mit geringem Aufwand höhere Gewinne erzielen. Im Film kommen Ärzte, Pflegepersonal, Patienten, Krankenhausmanager und Gesundheitsaktivisten zu Wort. Der Film zeigt Hintergründe und liefert Argumente für eine soziale Gesundheitsversorgung, in der Empathie und Fürsorge im Vordergrund stehen. Es folgt eine Diskussion mit Monika Richter.

Das Siegener Pflegebündnis – im Bild links: Monika Richter (Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte), Mechthild Boller-Winkel ( ver.di Südwestfalen), Sabine Reuter (Pflege am Boden), Burkhard Irle (Wa[hre Gesundheit – da hilft nur noch beten?)

11.00 Uhr: Herbert Obenland, Oberursel, Dr. Wolfgang Hien, Bremen

Verein für kritische Arbeits-, Gesundheits- und Lebenswissenschaft e.V. (Bremen)

Grenzwerte und Gesundheitsschutz zwischen Machtinteressen und Ethik

Dieselmotoremissionen (DME) sind ebenso wie einige weitere Schadstoff gruppen seit Jahren von der Weltgesundheitsorganisation als gesundheitsschädlich und als sicher oder wahrscheinlich krebserzeugend eingestuft. Vorsorgende Richt- und Grenzwerte wurden etabliert oder empfohlen. Doch gibt es seitens der Industrie massive Bestrebungen, diese Richt- und Grenzwerte aufzuweichen oder gar zu kippen. Für einige der im inneren Wohnumfeld relevanten Stoff gruppen lassen sich in den Behörden selbst Überlegungen auffinden, Gesundheit gegen die angeblich zu hohen Kosten weitreichender Sanierungen auszuspielen. Wir wollen in unserem Beitrag exemplarisch den Gang der offenen, teilweise aber auch verdeckt geführten Auseinandersetzungen nachzeichnen.

Herbert Obenland, Chemielaborant, Umweltanalytiker, ehem. langjähriger Leiter des Umweltlabors ARGUK, Oberursel.

Dr. Wolfgang Hien, Arbeits- und Gesundheitswissenschaftler, Medizinsoziologe, Biographieforscher, Lehrbeauftragter der Universität Bremen im Studiengang Public Health, seit 2006 freiberuflich tätig.

14.00 Uhr: Kathrin Otte, Amelinghausen

Kann es Gesundheit für alle im Kapitalismus geben?

Lange Zeit wurde ignoriert, dass Arbeit und Natur die Quellen allen Reichtums sind und die Folgen von kapitalistischer Ausbeutung für die natürliche Umwelt teils dramatisch unterschätzt werden. Inzwischen erkennen wir, dass das Wirtschaften für Profi t das Überleben von Mensch und Tierwelt für immer zerstören kann. Die Ausbeutung der Arbeitskraft und der Natur sind unerlässlich für das Funktionieren des Kapitalismus. Weil der Mensch Teil der Natur ist, nimmt der durch Fracking, Glyphosat u.v.m. vergiftete Umwelt- Mensch-Stoffwechselprozess krisenhafte Formen an, zerstört unsere Gesundheit und führt zu schweren Krankheiten.

Kathrin Otte ist Vorsitzende von „GEmeinnütziges Netzwerk für UmweltKranke“ (GENUK e.V.). Selbst betroffen von langjähriger chemikalieninduzierter Krankheit, klagt sie mit GENUK das Ausmaß schadstoff – und strahlenbedingter Krankheiten als politisch akzeptierte Misere an. Sie studierte Politik, Soziologie und Geschichte und ist heute als Personalberaterin tätig.

16.00 Uhr: Meik Schöpping, Wuppertal

Filmbeitrag „Rettung in letzter Sekunde“

Auf dem zahlenmäßigen „Höhepunkt“ der „Flüchtlingskrise“ bildet sich 2015 eine Gruppe junger Menschen um drei Initiatoren, kauft einen umgebauten Fischkutter und ruft mit Hilfe von Crowdfunding die heutige zivile Seenotrettung ins Leben. Ihr Schiff, die Sea Watch 1, startet im Juli 2015 zur ersten Mission und schließt sich im Mittelmeer den zivilen Rettungsschiff en von NGOs sowie der italienischen Küstenwache an. Der Einsatz weiterer Schiff e folgte. Die Initiative „Sea-Watch e.V.“ war mit ihrem aktuellen Schiff , der Sea Watch 3, an der Rettung von mehr als 30.000 Menschen beteiligt. Meik Schöpping berichtet mit dem Dokumentarfilm vom bewegenden Verlauf der zivilen Seenotrettung, von der Gründung bis hin zur aktuellen politischen Kriminalisierung, Stigmatisierung und zeitweisen Einstellung der Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Seenotrettung – ein Akt der Menschlichkeit.

Meik Schöpping, Jahrgang 1978, war bis 2017 als ziviler Seenotretter für unterschiedliche NGOs in verschiedenen Seenotrettungsmissionen im Mittelmeer im Einsatz.

19.30 Uhr: Gerd Zitzner, Essen

Rund um die Weinkunst – gemütlicher Tagungsausklang mit Weinprobe

Schon seit einigen Jahren ist es ein schöner Brauch, die Wochentagung der Offenen Akademie mit einer Weinprobe zu beenden. Nach einer anregenden und auch anstrengenden Woche bietet sich eine gute Gelegenheit zu Gesprächen bei einem (oder mehreren) Gläschen Wein. Gerd Zitzner führt durch den Abend und weiß viele interessante Details über die Herkunft, Geschichte und Herstellung des Weines zu berichten. Unkostenbeitrag für die Weinprobe: 8,- €

Gerd Zitzner ist in einem Weinbaubetrieb aufgewachsen. Er ist Dipl.-Agraringenieur und lebt in Essen.


Kategorie: 11. Offene Akademie Gelsenkirchen 2020, Aktuelles

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