Dilemma des Krisenmanagements für Ökonomie und Finanzwelt

Offene AkademiePresseerklärung

Besucher der 6. Offenen Akademie vom 21.3. bis zum 27.3.2010 in Gelsenkirchen können ungeschminkte Analysen zur Lage in Politik und Wirtschaft erwarten.

Die Auswirkungen der Welt- und Finanzwirtschaftskrise sind noch nicht in ihrer ganzen Tragweite erfassbar. Gleichwohl prognostizieren Experten aus Finanz- und Wirtschaftswelt bereits „Licht am Ende des Krisen-tunnels“. Experten hielten die Krisen im System für überwunden. Jetzt sind sie gezwungen, den sich verengenden Spielraum für staatliche Eingriffe zur Verhinderung weiterer Krisenausbrüche wahrzunehmen.

Ausgeschlossen vom Krisenmanagement bleiben die ausgebeuteten Menschen auf diesem Planeten. Allein alle 10 Sekunden stirbt ein Kind an Hunger. Die Sklavenhalter von heute bestimmen in den Börsen die Rohstoffpreise durch Spekulation und sind verantwortlich für Hunger und Elend auf der Welt. Prof. Jean Ziegler, stellvertretender Leiter des beratenden Ausschusses des UN-Menschenrechtsrats, belegt dies in seinem Vortrag und behandelt den wachsenden Willen zum Aufstand breiter Teile der Erdbevölkerung gegen die alles bestimmende Weltordnung des Westens.

„Ist der Kapitalismus lernfähig?“ fragt Prof. Dr. Hickel, Inhaber eines Lehrstuhls für Politikwissenschaft der Universität Bremen und Mitbegründer der „Arbeitsgruppe alternative Wirtschaftspolitik“. Welche Strategien gegen prekäre Arbeitsverhältnisse sind zu entwickeln, wenn nicht der Staat die bestehenden Besitzverhältnisse angreift?

Stefan Engel, freier Publizist und  Marxist-Leninist, behandelt das Dilemma des weltweiten Krisen-managements. Er ist der Meinung, dass es „zu einer gefährlichen Hypothek für die ganze Gesellschaft“ wird.

Inzwischen wandelt sich die Bundeswehr zu einer kriegsführenden Armee. Statt „Freiheit und Aufbauhilfe“ im Auftrag des deutschen Bundestages wird die gezielte Tötung von Afghanen bei Kunduz in Afghanistan exerziert. Tobias Pflüger von der Informationsstelle Militarisierung in Tübingen beleuchtet in seinem Vortrag die Versuche, den Afghanistan-Einsatz für die Zukunft zu legitimieren – unbeeindruckt von der Ablehnung durch 3/4 der deutschen Bevölkerung.

Für eine lebenswerte Zukunft sind demokratische Verhältnisse und Schutz vor Neonazis zwingend notwendig. Im Jahr 2003 scheiterte jedoch ein NPD-Verbotsantrag vor dem Bundesverfassungsgericht. Statt Schutz der Verfassung betätigen sich  auf den Gehaltslisten des Verfassungsschutzes befindliche V-Leute als rechtsradikale Funktionäre. Dr. Rolf Gössner untersucht, ob Parteiverbote und Geheimdienste zum Schutz der Verfassung taugen.

Zum Abschluss des ersten Tages gibt es eine Podiumsdiskussion zu dem Thema „Weltwirtschaftskrise und Folgen“ mit Stefan Engel, Prof. Dr. Rudolf Hickel, Sahra Wagenknecht und der Automobilarbeiterin Anke Jäckh (Sindelfingen), moderiert von Thomas Quest (Bochum).

Diskutieren Sie auf gleicher Augenhöhe mit – Gelegenheit dazu bieten Experten aus den verschiedensten Wissenschaftsbereichen bei 33 Vorträgen.

Das komplette Veranstaltungsprogramm kann heruntergeladen werden auf der Homepage www.offene-akademie.org.

Ansprechpartner für die Presse:

Prof. Dr. Christian Hegelmaier
E-Mail: c.hegelmaier@kkh-stadthagen.de

Prof. Dr. Josef Lutz
E-Mail: josef.lutz@etit.tu-chemnitz.de

Christoph Klug
E-Mail: wissenschaft_klug@web.de

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Kategorie: 6. Offene Akademie Gelsenkirchen, Aktuelles, Pressemitteilungen

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