Statement von Rolf Becker

Zur Internet-Veröffentlichung des Vorstands des fzs nimmt Rolf Becker, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Offenen Akademie, am 06.03.18 persönlich Stellung:

„Show which side you are on“ – 1984 machten sich die streikenden britischen Bergbau-Arbeitenden diesen Satz aus der Solidaritätserklärung von Ken Loach zu eigen. „Zeig, auf welcher Seite Du stehst“ – und darum geht es auch jetzt bei den blödsinnigen Attacken, mit denen sich die “Antideutschen” offenbar auch beim Dachverbands „fzs“, dem freien Zusammenschluss Studierender einbringen. Dieser Opportunismus hat eine lange Geschichte. Mit Brecht: „Warum sind die Kopfarbeiter nicht für die Umwälzung? Sie stellen sich zu ihr nicht als Köpfe, sondern als Bäuche.“ Sie benötigen die Vorwürfe gegen uns, um sich vor sich selbst und ihresgleichen zu rechtfertigen.

Dass die Regierenden in Berlin und Tel Aviv diese Kampagnen bis zur Staatsraison verfestigen, ist – gemessen an ihren wirtschaftlichen und politischen Interessen – Sicherheitssysteme, Überwachungstechnik, Rüstungsindustrie, militärische Zusammenarbeit, Kontrolle des Nahen Ostens, vorrangig den Iran – zumindest folgerichtig. Die „Anti(in Wirklichkeit Super-)deutschen“ dienen dabei als willkommene und förderungswürdige Handlanger.

Zurecht wird befürchtet, dass zunehmend Teile der arbeitenden Bevölkerung künftig die geforderte bedingungslose Israelunterstützung nicht mehr mittragen – entsprechend wird versucht, jegliche Opposition dagegen zu unterdrücken, gegebenenfalls um den Preis, Grundrechte außer Kraft zu setzen.

Unsere Kritik ist Kritik bestehender Klassenverhältnisse und Kritik imperialistischer Politik. Sie orientiert sich, bezogen auf Israel und Palästina, an den Beschlüssen der Vereinten Nationen, die, würden sie umgesetzt, die Existenz Israels wirksamer und dauerhafter sichern würden als Siedlungsbau und Waffengänge.


Kategorie: 10. Offene Akademie 2018, Aktuelles, Offene Akademie kritisiert fzs

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