Arzneimittel gegen ADHS: was sie leisten und wie sie vermarktet werden

Vorlesung von Prof. Peter S. Schönhöfer auf der Offenen Akademie Gelsenkirchen am Dienstag 29. September 2015 um 11:00 Uhr

Der „Zappelphilipp“ wurde ursprünglich als eine kindliche Verhaltensstörung beschrieben, die bis 1995 ein pädagogisches Problem der Erzieher blieb. In diesem Jahr wurde dieses Verhalten durch die Amerikanische Psychiatrische Gesellschaft (APA) in dem offiziellen Diagnose- und Statistik-Manual DSM IV zur behandlungspflichtigen Erkrankung ADHS erklärt, die beeinflussbar sei durch Methylphenidat (RITALIN), einem Amphetamin aus den 1950er Jahren. Eine Pille gegen Schulprobleme wurde ein Marktrenner, obwohl sich eine relevante Besserung nach Behandlungen mit Amphetaminen nicht nachweisen lässt. Die Analyse derartiger Krankheitsentwicklungen und Behandlungsstrategien muss aber die Profite der Marktteilnehmer, Leistungserbringer und Warenanbieter berücksichtigen, zumal dies auch als Blaupause für noch bedenklichere Vermarktungsstrategien bei Kleinkindern fungiert.
Peter S. Schönhöfer war u.a. Professor für Pharmakologie, Forschungskoordinator beim Bundesgesundheitsamt und Mitherausgeber der medizinischen Fachzeitschrift „arznei-telegramm“.


Kategorie: 9. Offene Akademie Gelsenkirchen 2015, Aktuelles

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