Zum Tod von Prof. Jürgen Schneider

Bild_Schneider-jpg.jpgAm 16.3.2015 ist Prof. Dr. Jürgen Schneider, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Offenen Akademie, im Beisein seiner Familie zu Hause verstorben.
Jürgen Schneider wurde am 28.08.1938 in Stuttgart geboren. Ab 1976 war er Professor an der Universität Göttingen und lehrte Geologie, Paläontologie und Umweltgeowissenschaften. Er engagierte sich besonders gegen Krieg und Atomwaffen und war ein engagierter Pazifist. Im Jahr 2004 war er Mitgründer der Offenen Akademie und blieb ihr aktiver Mitarbeiter und Förderer bis zu seinem Tod. Regelmäßig bestritt er Vorlesungen auf der Offenen Akademie, unter anderem zur “Verantwortung der Wissenschaft für die Gesellschaft”. Das Thema lag ihm sehr am Herzen, er trug hierzu auch bei der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) vor.

Er wandte sich gegen die kapitalistische Ideologie des ständigen Wirtschaftswachstuns und den Raubbau an den Ressourcen unserer Erde. In dem auf unserer Homepage veröffentlichten Beitrag schreibt er „Wir können nicht immer weiter auf ökonomisches Wachstum setzen im Irrglauben, dass die Ressourcen unserer Erde groß genug seien für dauerndes Wachstum … Es geht in unserem Jahrhundert um nichts weniger als das Überleben unserer Geobiosphäre… An der öffentlichen Aufklärung über die möglichen Folgen unseres Tuns in Bezug auf die Überlebensprobleme unserer Mit- und Umwelt sollten wir uns als WissenschaftlerInnen in Anerkennung unserer Verantwortung ernsthaft, intensiv und aktiv beteiligen.“

Immer durchdrang sich sein Einsatz für eine lebenswerte Umwelt auf diesem Planeten mit einer tiefen Fachkenntnis. Auf der Wochentagung der Offenen Akademie 2013 trug er zum Thema „Rohstoff-Verknappung, Panikmache oder Realität?“ vor. Sein Schaffen galt bis zum Schluss dem Erhalt unserer Lebensgrundlagen, dem Frieden und der besonderen Verantwortung der Wissenschaftler für eine lebenswerte Zukunft. Neben seiner fachlichen Fähigkeit stachen seine bescheidene Art, seine Kollegialität, seine Hilfsbereitschaft und sein angenehmer freundschaftlicher Umgang hervor. Wir werden unseren Freund und aktiven Mitstreiter sehr vermissen. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.Wir werden ihn in Ehren halten und sein Engagement fortführen.

Für den Beirat der Offenen Akademie
Christoph Klug und Prof. Josef Lutz


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